Gasthof Kaiserlinde

 

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ANNO 1700

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Als im Jahre 1700 in der heutigen Ortsmitte Eiserns das damals 27. Haus des Dorfes gebaut wurde, sollte es keineswegs eine Gastwirtschaft werden. Man erstellte aus schweren Eichengebälk, das größtenteils auch heute noch eisenfest ist, ein geräumiges Bauernhaus mit großer Tenne, auf der dann zwei Jahrhunderte lang das Getreide gedroschen wurde. Für den Bau dieses Hauses hat man einen Platz gewählt, auf dem in grauer Vorzeit eine Eisenschmelze gestanden hat. Die im Sommer 1955 im Inneren des Hauses durchgeführten Ausschachtungsarbeiten, bei denen neben Holzkohle auch Eisenschlacken und sonstige Schlackenreste gefunden wurden, haben das klar bewiesen.

Das Haus aus dem Jahre 1700 wurde zum Stammhaus der heute im Eiserntal weitverzweigten Familiensippe Roth, deren Stammvater ein Joh. Heinr. Roth, Sohn des Joh. Daniel Roth in Diefenbruch vor dem Wald, Hilchenbacher Kirchspiel, war. Dieser heiratete am 23. April 1751 die Maria Kath. Schmidt, Tochter von Ebert Schmidt dem Älteren, in Eisern. Bemerkenswert bleibt, dass aus der Eiserner Familie Roth hundert Jahre später drei Brüder drei Töchter von Joh. Schmidt geheiratet haben.

Von da an hat das Haus mehrfach den Besitzer gewechselt. Es wurde ein Gasthof eingerichtet, und im Jahre 1880 baute man die Scheune zu einem Saal um, der dann bis 1961 den Vereinen Unterkunft geboten und von 1900 an auch als Turnraum gedient hat.

Bis zum Umbau war das Haus in gastronomischer Hinsicht auf dem Stande des 19. Jahrhunderts geblieben, einer Zeit also, in der die Gasthäuser vornehmlich dem "Aufsteeken" des Fuhrwerksverkehrs dienten. Davon zeugten noch die Pferdeställe vor dem Haus und die starken Eisenringe, an denen täglich die Pferde der Wilgersdorfer Erzladungen und der Holzkohlentransporte aus dem Johannland festgebunden wurden. Wenn Eichenbalken sprechen könnten, wüßten sie aus jenen verklungenen Zeiten vieles zu berichten. In der Balkenkonstruktion des bis 1961 bestandenen alten Saalbaues war noch die Zimmerung des ehemaligen Scheunentors deutlich zu erkennen.

Der Erbauer des Saales, Wilhelm Kreutz, gliederte der Gastwirtschaft auch eine Kolonialwarenhandlung an, die auch von seinem Nachfolger Otto Gennichen zunächst noch weitergeführt wurde; die Familie Karl Klöckener (1909-1954) beschränkte sich dagegen auf die Führung der Gaststätte.

Als im Jahre 1954 das Gebäude von der Familie Adolf Müller gekauft wurde, baute diese das Haus wie oben erwähnt um. Die Erzquell-Brauerei Siegtal wurde Pächter des Gebäudes. Über viele Jahre wurde die Gaststätte nun an verschiedene Betreiber untervermietet. Wirte kamen und gingen. In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts stand das alte Haus öfter leer, als dass ein Wirt seiner Arbeit nachging.

Im Jahr 2000 wurde dann von der Familie Müller das Gebäude zum Kauf angeboten. Wir, die Familie Thomas, haben das Haus erworben und betreiben nun seit dem 1. Dezember 2000 den Gasthof Kaiserlinde, der seinen Namen nach dem vor dem Gebäude stehenden Baum hat, der am 16. Juni 1913 anläßlich des silbernen Regentenjubiläums Wilhelm II gepflanzt wurde und heute als Naturdenkmal geschützt ist.

Bild- und Textnachweis: Aus "Eisern - Auf Erz und Eisen"
Foto: Ansicht Eisern 1953: Albrecht Lohmann


Gasthof KaiserlindeBier- und Weinstube
Inhaber: Renate ThomasEiserntalstr. 49257080 Siegen-EisernTelefon: (0271) 2 31 82 43
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